Das im traditionellen Strickbau erbaute Wohnhaus der Familie Kohler Desax in Segnas erhielt das Label «SCHWEIZER HOLZ» verliehen. 246 m³ Schweizer Holz wurden verbaut, davon stammen rund 94% direkt aus Graubünden. Das ist gelebte regionale Wertschöpfung.

v.l.n.r.: Martin Mettier (ruwa holzbau ag), Martina Jäger (ruwa holzbau ag), Marianne und Christoph Kohler Desax (Bauherrschaft), Paul Engler (Graubünden Holz), Corsin Bundi (Krähenbühl Architekten)
| Bauherrschaft | Marianne und Christoph Kohler Desax |
| Total m3 verbautes SCHWEIZER HOLZ | 246.00 m3 |
| Ausgezeichnete Bauteile | Gesamtobjekt |
| Beteiligte Akteure aus der Holzkette | Krähenbühl Architekten Studio ruwa holzbau ag Lötscher & Co. AG, Schiers Scrinaria David Berther GmbH, Segnas Bundi Bedachungen AG, Curaglia |
Allgemeiner Beschrieb
Am Rand des Weilers Buretsch in Segnas steht an der Hangkante zu einem Tobel ein Wohnhaus, das die Bautradition des Bündner Oberlands zeitgemäss weiterführt. Der Neubau bildet den Abschluss der bestehenden Bebauungsstruktur und versteht sich als selbstverständlicher Teil eines grösseren räumlichen und kulturellen Kontextes. Ausgangspunkt des Projekts war der gemeinsame Wunsch von Bauherrschaft und Architekten, ein dauerhaftes, robustes und konstruktiv ehrliches Haus zu schaffen, das aus dem Ort heraus entwickelt ist.
Das Projekt entstand in enger Zusammenarbeit zwischen Bauherrschaft, Architekten und Unternehmern. Früh war klar, dass das Haus als Strickbau realisiert werden sollte – nicht als nostalgische Geste, sondern als bewusste Auseinandersetzung mit regionaler Baukultur. Da die Strickbauweise hohe konstruktive Anforderungen stellt, war der kontinuierliche Austausch zwischen Planung und Ausführung zentral. Besonders prägend war dabei das Wissen der Holzbauer und ihre Erfahrung im Umgang mit dem Material Holz. Die Qualität des Projekts basiert wesentlich auf diesem gemeinsamen Prozess aus Dialog und handwerklicher Kompetenz.
Das Haus vereint unterschiedliche Wohnungsgrössen unter einem Dach und schafft damit Wohnraum für Einheimische in einer zunehmend angespannten Wohnsituation alpiner Regionen. Zwei kleinere Wohnungen im Erdgeschoss und eine grössere Wohnung im Obergeschoss ermöglichen unterschiedliche Lebensformen und generationenübergreifendes Wohnen. Die räumliche Organisation verbindet Offenheit mit Geborgenheit und schafft vielfältige Wohnqualitäten mit differenzierten Bezügen zur Landschaft.
Der Strickbau verbindet traditionelle Bauweise mit zeitgemässer Nachhaltigkeit. Holz als nachwachsender Rohstoff und CO₂-Speicher prägt Konstruktion und Atmosphäre gleichermassen. Die dampfdiffusionsoffenen Aussenwände sorgen ohne Folien ganzjährig für ein ausgeglichenes Raumklima. Ergänzt wird das ökologische Konzept durch Erdsonden, Photovoltaik und kurze Transportwege bei Materialgewinnung und Verarbeitung.
Rund 94 Prozent des verbauten Holzes stammen aus Graubünden und wurden regional verarbeitet. Damit stärkt das Projekt lokale Wertschöpfung, handwerkliches Wissen und die Identifikation mit dem Bauwerk. Die robuste Konstruktion, geringe Unterhaltskosten und die flexible Nutzbarkeit der Wohnungen stehen zugleich für langfristige wirtschaftliche Nachhaltigkeit.
Der Neubau nimmt die ortstypische Strickbauweise des Bündner Oberlands auf und übersetzt sie in eine zeitgenössische Formensprache. Das Gebäude orientiert sich an Körnung und Massstäblichkeit der bestehenden Bebauung und entwickelt seine Qualität aus der intensiven Auseinandersetzung mit dem Ort. Die Wahrnehmung von Landschaft, Wetter und Jahreszeiten prägt das Haus wesentlich. Offenheit und Schutz stehen in einem sorgfältigen Gleichgewicht und verankern das Gebäude selbstverständlich im Ort.
Die Schönheit des Hauses liegt in seiner Klarheit und Selbstverständlichkeit. Konstruktion, Material und Raum bilden eine Einheit. Das sichtbare Fichtenholz verleiht dem Gebäude innen wie aussen Wärme und Ruhe. Präzise Proportionen und die reduzierte Materialisierung schaffen eine stille Präsenz. Das Strickhaus in Segnas zeigt exemplarisch, wie traditionelle Baukompetenz, regionale Ressourcen und zeitgenössische Architektur zu einem nachhaltigen und identitätsstiftenden Bauwerk zusammenfinden.
Haben auch Sie ein Bauwerk, das sich für eine Objektauszeichnung mit dem Label Schweizer Holz eignet? Graubünden Holz freut sich über Ihre Kontaktaufnahme.
Text: Krähenbühl Architekten Studio, Davos
Farbfotos: Krähenbühl Architekten Studio
Schwarz-weiss Fotos: Luca Ferrario
Fotos Übergabe:zvg








