Prix Lignum 2024
Prima Ramosch, Dorfladen & Kaffee

Das Gebäude befindet sich in der Dorfzone von Ramosch. Es grenzt an das alte Schulhaus und liegt oberhalb der Sport- und Veranstaltungshalle. Neben dem Laden beinhaltet das Gebäude die Post, sowie ein kleines Kaffee mit Innen- und Aussensitzbereich. Es ist ein Ort der Begegnung und des Austauschs für die knapp 500 Dorfbewohner Ramoschs.

Der Holzelementbau wurde auf dem vorderen Teil der Sporthalle errichtet und führt optisch deren bestehende Holzfassade nach oben hin fort. Das Gebäude ist funktional, der Entwurf berücksichtigt aber dennoch einige regionale Besonderheiten. Das sowohl im Innen- als auch im Aussenraum abgestufte, extensiv begrünte Dach, spiegelt das prähistorische, terrassierte Ackerland des Valsot wider. Ein weiteres einheimisches Detail sind die stilisierten Mazzlas, die den Aussenbereich des kleinen Kaffees vom Parkplatz trennen. Der warme Holzton des Gebäudes wird von anthrazitfarbenen Böden und Türelementen kontrastiert. Es fügt sich natürlich in das Dorfbild und die Kulisse der bewaldeten Berghänge auf der anderen Seite des Tals ein.

Bei der Planung und beim Bau wurde auf ein energieeffizientes, ressourcenschonendes Vorgehen geachtet. Der Energiebedarf des Ladens wird über eine PV-Anlage auf dem Dach sowie über eine Wärme-Luftpumpe gedeckt. Für den Holzbau wurden ausschliesslich lokale Rohstoffe sowie lokale Dienstleistungen genutzt. 40 m3 einheimisches Fichtenholz für das Tragwerk und den Innenausbau und 7 m3 einheimische Lärche für die Fassade konnten komplett vor Ort verarbeitet werden und verursachten dementsprechend geringe CO2-Emmissionen. Neben der Umwelt wurde somit auch das einheimische Gewerbe unterstützt, den ökologischen und ökonomischen Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung wurde entsprochen.

Das Gebäude ist funktional und minimalistisch. Mit seiner klaren, kubischen Form und der regelmässigen, fast durchgängigen Holzfassade funktioniert es sowohl als Solitär als auch im Kontext mit den umgebenden, historischen Bauten. Sowohl der Innenraum als auch die Fassade wirken auf Grund der Material- und Farbwahl sowie einiger Detaillösungen leicht und ruhig. Bei der Ausführung wurde auf die detailgetreue Ergänzung der bestehenden Holzfassade der Sporthalle geachtet.
Projektdetails:
Öffentlicher Bau
Fertigstellung:
2023
Projekteingabe:
2024
Projektstandort:
Vorwiegend verwendetes Holz:
Fichte
Zusätzlich verwendetes Holz:
Lärche
Behandlung des Holzes:
naturbelassen
Bauherrschaft:
Cumün da Valsot, Ramosch
Architektur / Planung:
Bien GmbH, Niculin Bisaz, Zizers
Ingenieur:
J.A. Könz s.c.r.l., Zernez
Ausführung Holzarbeiten:
Marangunaria Beer SA, Michael Beer, Ramosch
Photos:
Adrian Schindler
Claudia_Alini
Moreno_Rinaldi
Moreno Rinaldi
Pläne: