Im Engadin entsteht mit dem InnHub La Punt ein Gebäude, das zeitgemässe Architektur, regionales Handwerk und lokale Wertschöpfung verbindet. Auf der Baustelle ist bereits die erste Holzkuppel zu sehen. Sie zeigt, wie das Gebäude einmal aussehen wird.
Graubünden Holz unterstützt regionale Projekte und wurde deshalb zum MedienTalk vom 28. Oktober 2026 eingeladen. Den InnHub kennen wir schon länger: Urs Simeon von der Fanzun AG hat das innovative Projekt bereits im Januar 2025 am Forum Wald & Holz 2030 vorgestellt.
Aus der Vision wird ein Bauwerk
Das Projekt wurde über mehrere Jahre entwickelt und geplant. Jetzt wird es in La Punt Chamues-ch sichtbar. Das Gebäude stammt von Foster & Partners und bekommt seine unverwechselbare Form durch insgesamt 13 Holzkuppeln. Die erste davon steht nun. Als Vorbild dienten die umliegenden Berge und die Schneehügel im Winter. Zusammen ergeben die Kuppeln eine eigene architektonische Formensprache.
Viel Bündner Holz im Bau
Im Oktober 2023, vor drei Jahren, leuchteten die Lärchen im Engadin golden, genau wie jetzt. Damals wurden in den Bündner Wäldern 2400 Fichten gefällt, in der Sägerei Resurses SA bald eingeschnitten, damit das Holz genügend Zeit zum Trocknen hatte. Ein Bauprojekt beginnt also nicht erst auf der Baustelle. Seine Geschichte reicht weiter zurück: zu den Menschen, dem Wissen und den Ressourcen einer Region. Im InnHub steckt viel Bündner Holz. Vom Bündner Wald über die Holzverarbeitung bis zum Bau in La Punt greifen die einzelnen Beiträge ineinander.
Handwerk macht die Architektur möglich
Die Geometrie der Kuppeln ist bei Konstruktion, Fertigung und Montage anspruchsvoll. Damit aus dem Entwurf ein präziser Holzbau wird, müssen Planung, digitale Technologien und handwerkliche Erfahrung zusammenspielen.
Eine wichtige Rolle hat dabei das Mock-up bei der Uffer Gruppe in Savognin. Es ist ein originalgetreuer Ausschnitt des Baus mit Kuppelkonstruktion. Daran werden Bauteile, Materialien und konstruktive Lösungen im Massstab 1:1 geprüft. Auch die Schnittstellen zu den anderen beteiligten Handwerksbetrieben werden hier getestet. Was dabei gelernt wird, fliesst in die Fertigung und die Montage auf der Baustelle ein.
Architekt Norman Foster, Gründer von Foster + Partners, sagt zum Projekt:
«Das InnHub La Punt ist von der Architektur und Landschaft der Region, der warmen Ausstrahlung des Holzes und der traditionellen Handwerkskunst des Engadins inspiriert. Die markanten Holzkuppeln, die mit Lärchenschindeln aus lokaler Produktion verkleidet sind, verdeutlichen den integrativen Charakter des Projekts und verbinden Architektur mit der lokalen Industrie.»
Regionale Wertschöpfung
Der InnHub steht nicht nur im Engadin. Er soll auch mit den Ressourcen und dem Know-how der Region gebaut werden. Das Holz verbindet das Projekt mit seiner Umgebung, von der Herkunft über die Verarbeitung bis zur Fertigstellung vor Ort. Zahlreiche Fachleute und Firmen aus Graubünden arbeiten mit, und rund 80 Prozent der Arbeiten werden regional vergeben. Ein grosser Teil der Wertschöpfung bleibt damit in der Region. Das Projekt zeigt auch, was im modernen Holzbau und im regionalen Gewerbe steckt.
Jon Erni, Initiant und Verwaltungsrat des InnHub, erklärt: «Wir möchten mit dem InnHub einen Ort schaffen, der Menschen zusammenbringt, neue Ideen ermöglicht und zugleich eng mit dem Engadin verbunden bleibt. Für uns gehört dazu, die Fähigkeiten und Ressourcen der Region einzubeziehen und langfristig zu einer positiven Entwicklung des Engadins beizutragen.»
So geht es weiter
Nach der Winterpause werden 2027 weitere grosse Holzelemente des Hochbaus montiert. Der Innenausbau ist für Ende 2027 und 2028 vorgesehen. Weil der Gesamtprozess komplex ist, verschiebt sich der Zeitplan um rund sechs Monate. Die Fertigstellung wird im Frühjahr 2029 erwartet, die Eröffnung ist für den Sommer 2029 geplant.
Fotos: Marcel Lerch, MedienTalk, 28. Oktober 2026
Quelle: Medienmitteilung InnHub La Punt, 28. Oktober 2026











