Projekte

Busterminal Churwalden

Teilnahme:
Prix Lignum 2018
Auszeichnung:
Anerkennung Region Ost
Projektstandort:
7075 Churwalden
Fertigstellung:
2016
Projektdetails:
Aussenraumgestaltung, Infrastrukturbau
Vorwiegend verwendetes Holz:
Fichte
Art der Holzanwendung:
naturbelassen
Projektträger / Bauherrschaft:
Bellavita Lai AG, Heinz Tschudi, Chur
Architektur / Planung:
Ritter Schumacher AG, Jon Ritter, Chur
Ausführung Holzarbeiten:
Frommelt Zimmerei und Ing. Holzbau AG, Christoph Frommelt, Schaan (FL)
Ingenieur:
ewp AG Chur, Erich Brüllmann, Chur
Weitere:
Hemmi Forst AG, Thomas Hemmi, Churwalden

Konzept und Strategie Zu Beginn bestand die Aufgabe darin, ein neues Dach für die bestehenden Bushaltestellen zu errichten. Aufgrund der ortsbaulich wichtigen Lage im Dorf entwickelten die Architek-ten aus Eigeninitiative heraus neue Nutzungsmöglichkeiten, um die gedeckten Haltestel-len mit einer Zusatznutzung anzureichern und so dessen Stellenwert für Churwalden ge-rechter zu werden. Entstanden daraus ist ein zentral gelegener Busterminal mit einer Mig-ros-Filiale. Eine befruchtende und ungewöhnliche Symbiose, die es in dieser Form in der Schweiz noch nie gab. Zugleich ist es auch eine wichtige Aufwertung des Dorfes Chur-walden. Ortsbaulich konnte ein undefinierter Zwischenraum im Dorfkern geschlossen und die öffentliche Infrastruktur markant verbessert werden. Das langgezogene, rechteckige Volumen flankiert die Hauptstrasse von Churwalden. Sei-ne leicht abgerundeten Ecken nehmen das Thema des Bewegungsflusses auf und leiten die Passanten sanft um das Gebäude zur dahinter liegenden neuen Talstation von Chur-walden weiter. Unter dem allseitig weit auskragenden Dach können auf jeder Seite drei Postautos Passagiere aufnehmen. Im Innern des Volumens befinden sich die Verkaufsflä-chen der Migros. Deren stirnseitiger Eingang dient als Windfang und Wartesaal zugleich. Die Materialisierung entwickelt sich aus dem Konzept heraus. Das Holz steht dabei für die Leichtigkeit eines Unterstandes, für einen ergänzenden „Kleinbau“ im Dorf, für die Verbundenheit der Betreiber zu den Bewohnern und zur Region. Tragstruktur / Gebäudehülle Holzkonstruktion Die Tragstruktur des Busterminals wurde in zwei sauber getrennte Strukturen unterteilt: die Raumkonstruktion und die Vordach-, Hüllen-, Fassadenkonstruktion. Daraus resul-tieren zwei positive Merkmale. Die Raumkonstruktion hat keine Durchdringungen und kann klar in die Schichten primäre Tragstruktur, Innenverkleidung und Wärmedäm-mung/sekundäre Tragstruktur eingeteilt werden. Die Hüllenkonstruktion mit Vordach erhält eine Funktion und ist nicht nur Dekoration. So übernimmt sie folgende Aufgaben: Belüftungsraum und Unterkonstruktion für Dachbelag, Statische Struktur für Vordach sowie Gebäudehülle und Wasserdichtigkeit. Die Holzkonstruktion besteht aus ca. 90% Schweizerholz. Aus sägerohen Brettern, welche allesamt aus dem Gemeindewald von Churwalden stammen, wurde die Fassadenkon-struktion gefertigt. Die Vordachbögen sind dreischichtig aus kreuzweise vernagelten Brettern aufgebaut, deren Stabilisierung von einer 3-Schichtplatte übernommen wird. Sämtliche Aufbauten der Gebäudehülle wurden atmungsaktiv konstruiert. Die Primärkonstruktion ist eine Pfostenkonstruktion aus Hauptträgern mit einem Achs-abstand von ca. 5 Metern. Diese Brettschichtkonstruktion liegt im Innenraum und ist ebenfalls aus Schweizerholz. Die Sekundärkonstruktion ist ein Rahmenelement. Die Rip-pen bestehen aus getrocknetem und gehobeltem Normalholz. Als Verkleidung dient eine 3-Schichtplatte. Die Windaussteifung und Erdbebensicherheit wird über die Dachscheibe und die Innenwände gewährleistet.

Datenblatt (PDF 1,01 MB)

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