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Überall in der Schweiz entstehen mittlerweile grosse Wohnbauten aus Holz. Das Dezember-Holzbulletin der Lignum blickt nicht nur in die bekannten Holzbau-Hotspots Zürich und Winterthur, sondern zeigt auch spannende Projekte aus Belp, Cham und Aarau. Ein Beihefter präsentiert den Gewinner des Internationalen Holzarchitektur-Preises der Fachpresse 2019: die Mehrzweckhalle im waadtländischen Le Vaud.

Druckfrisch: Holzbulletin "Grossvolumiger Wohnungsbau"

Die Entwicklung des Bauens mit Holz in der Schweiz seit der Jahrtausendwende ist eindrücklich. Das Baumaterial Holz wächst derzeit rasch über das angestammte Einfamilienhaussegment hinaus, ohne dieses zu verlieren: Seine Anwendung nimmt auch dort weiter zu. Zumal die kleinsten ihrer Art – sogenannte Tiny Houses – aktuell einen Boom erleben.
Anders als ihre grosse Schwester gelten diese per se als ressourcenschonend: Ihre Bewohnerinnen und Bewohner beanspruchen wenig Wohnfläche und verbrauchen damit auch weniger Energie, Wasser und Konsumgüter. Zudem lassen sich die kostengünstigen Minihäuser auf einem bereits bebauten Grundstück aufstellen oder sind sogar mobil.

Wachstum nach allen Richtungen
Parallel dazu geht der Trend in die entgegengesetzte Richtung: Die mit Holz realisierten Projekte werden immer grösser. Eben wurde in Rotkreuz mit 60 Metern Höhe das zweite Schweizer Bürohochaus in Holz fertiggestellt. Ein weiteres Projekt in Holz, das Hochhaus Pi in der Stadt Zug, von den Zürcher Duplex Architekten entworfen, soll dereinst 80 Meter hoch werden und vorwiegend preisgünstige Wohnungen beherbergen.Besonders im städtischen Raum ist seit einigen Jahren ein Comeback des Materials Holz für grossvolumige Bauten zu verzeichnen – in erster Linie für Wohnraum, aber auch für Bürogebäude. Die Liste bereits fertiggestellter Objekte grossvolumiger Wohnbauten mit mehr als 50 Wohneinheiten, vor allem im Raum Zürich, lässt sich sehen.

Hotspot an der Limmat
Die Reihe beginnt mit der städtisch anmutenden Holzbau-Siedlung Hegianwandweg, bereits 2003 von der Familienheim-Genossenschaft (FGZ) realisiert, und zieht sich über den Ersatzneubau Grünmatt (Bauzeit 2010–2014), ebenfalls von der FGZ, den Sihlbogen der Baugenossenschaft Zurlinden, eine durchmischte Siedlung mit 200 Wohnungen und Gewerbeflächen, bezogen 2015, bis zu den drei Holz-Langhäusern im Freilager mit insgesamt 187 Wohnungen, entwickelt und realisiert von der Zürcher Freilager AG.Dazu kommen kürzlich fertiggestellte Projekte wie die erste Etappe auf dem Winterthurer Hagmann-Areal mit 50 Wohnungen oder Sue & Til in Oberwinterthur, die derzeit grösste Holzbausiedlung der Schweiz mit über 300 Wohnungen. Diese stellen wir in diesem Holzbulletin ebenso vor wie die Überbauuung Schönenbrunnen in Belp mit gegen 100 Wohnungen. Weitere grossvolumige Wohnbauten stehen aktuell im Bau: Das Weidmatt-Quartier auf dem Cheditte-Areal in Lausen mit 200 Wohnungen (Architektur Diener Diener Architekten), entwickelt von Losinger Marazzi, oder das Haus Krokodil (Architektur Baumberger & Stegmeier Architekten/Kilga Popp Architekten) in der Lokstadt Winterthur, eine Arealentwicklung von Implenia.

Neue urbane Geläufigkeit
Die genannten Beispiele belegen: Fünf bis sechs Geschosse mit Holz sind im urbanen Kontext heute Standard. Aber nicht nur dort, auch in Agglomerationen oder in stadtnah gelegenen, aber noch dörflichen Siedlungsstrukturen werden heute mehrgeschossige Wohnüberbauungen mit 40 und mehr Wohneinheiten ganz selbstverständlich in Holz realisiert. Das belegen die in diesem Holzbulletin vorgestellten Projekte in Aarau-Rohr, Belp oder Cham. Treiber dieser Entwicklung sind auf der einen Seite die moderne Bautechnologie im Holzbau mit spezialisierten Ingenieuren, vielfältigen neuen Holzwerkstoffen und Bauprodukten sowie digitaler Vorfertigung. Das hat den Schritt hin zum mehrgeschossigen, brandsicheren Wohnbau gebracht. Auf der anderen Seite steht der unaufhaltsame Trend zu nachhaltigem und klimaschonendem Bauen.

Nachhaltigkeit inbegriffen
Unter diesem Anspruch punktet Holz – ebenso wie beim eingangs erwähnten Minihaus – dank besonderer Qualitäten: Es wächst nach, wird mit sehr geringem Einsatz von grauer Energie bereitgestellt und eignet sich aufgrund seiner Materialeigenschaften hervorragend für energieeffiziente Konstruktionen. Ausserdem bindet Holz in seinem Wachstum grosse Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid und trägt so von Natur aus zur Klimaschonung bei. Es ist deshalb kein Zufall, dass bei der Mehrheit der in diesem Holzbulletin vorgestellten Projekte die Nachhaltigkeit über den Materialeinsatz hinaus eine Rolle spielt. Waren es anfänglich vorwiegend Genossenschaften, die diese langfristige, nachhaltige Optik verfolgt haben, ist dies mittlerweile auch für viele private Inverstoren ein Ziel. Sue & Til steht dafür exemplarisch, ebenso wie für Vorfertigung, konstruktive Innovation und digitale Planung.

Jutta Glanzmann
Technische Kommunikation Lignum

Text: Lignum

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