22.07.2016 - TAMANGUR Zauberhafter Arvenwald im Unterengadin

Die Arve gehört zu den Kieferngewächsen. Sie kommt hauptsächlich in den höheren Lagen der Alpen und der Karpaten vor. Harte Lebensbedingungen machen dem Baum nichts aus; die Arve ist insbesondere extrem frosthart. Der Baum mit dem duftenden Holz, das für Innenausbauten und Möbel beliebt ist, gilt deshalb als Symbol für Robustheit und Widerstandsfähigkeit.

 


Bild Michael Meuter, Zürich

Im Arvenwald Tamangur im Unterengadin gibt es auf Schritt und Tritt Baum-Persönlichkeiten zu entdecken. Man durchquert den God da Tamangur zum Beispiel auf dem Weg von S-charl nach Lü im Münstertal. In die alte Bergbausiedlung S-charl, am Rand des Nationalparks gelegen, führt im Sommer ein Postautokurs von Scuol.

 

 

Arven finden sich in der Schweiz vor allem im Engadin und in den südlichen Walliser Seitentälern. Das Verbreitungsgebiet der Arve in der Schweiz wurde während der vergangenen Jahrhunderte durch grossflächige Alpweiderodungen und Kahlschläge zur Gewinnung von Holz stark vermindert.

 

Naturerlebnis im Val S-charl

Der Unterengadiner Dichter Peider Lansel (1863–1943)  hat den sich lichtenden Arvenwald von Tamangur 1923 im gleichnamigen Gedicht ‹Tamangur› als Sinnbild für das Schicksal des Romanischen gelesen, das er langsam untergehen sah. Heute indessen steht der Wald unter Schutz. Im Reservat von 86 Hektaren Grösse kann sich der Wald ungestört erhalten und entwickeln. Anders das Romanische: Es zählt nach wie vor zu den gefährdeten Sprachen Europas.

Der Zustand des Tamangur-Arvenwaldes ist trotz des hohen Alters gekennzeichnet durch hohe Vitalität und Dynamik. Das ist sicher zum Teil auf die weniger intensive und in den letzten Jahren im Kerngebiet ganz aufgehobene Beweidung und den Verzicht auf Brennholzschlag für die umgebenden Alpen zurückzuführen. In der Umgebung von Tamangur gab es früher fünf Alpen, heute sind es noch drei. 

 

www.myswitzerland.com/de/god-da-tamangur.html

Naturwaldreservat God Tamangur (PDF)

 

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