28.05.2014 - Nationalrätin Sylvia Flückiger neue Lignum - Präsidentin

Die Lignum-Delegiertenversammlung vom 27. Mai 2014 in Flüeli-Ranft hat Nationalrätin Sylvia Flückiger-Bäni (SVP/AG) zur neuen Lignum-Präsidentin für die nächsten vier Jahre gewählt. Lignum ist die Dachorganisation der Schweizer Wald- und Holzwirtschaft.

 

 

 

Die SVP-Politikerin mit Jahrgang 1952 führt zusammen mit ihrem Mann Hanspeter Flückiger ein Hobelwerk mit Holzhandel in Schöftland und gehört seit 2007 dem Nationalrat an. Sylvia Flückiger folgt im Lignum-Präsidium auf den Obwaldner Ständerat Hans Hess, der die Lignum seit 2002 über drei Amtszeiten in Folge präsidiert hat.

Lignum-Vizepräsident Jörg Reimer würdigte an der Delegiertenversammlung in Flüeli-Ranft die Verdienste des scheidenden Präsidenten, der mit seinem exzellenten Netzwerk als Parlamentarier viel für die Branche bewirken konnte. So geht die heutige Möglichkeit zur Anrechnung der CO2-Speicherung in verbautem Holz auf einen Vorstoss zurück, den Hans Hess zusammen mit Nationalrat Ruedi Lustenberger lancierte. Hans Hess wurde von der Versammlung mit anhaltendem Applaus verabschiedet.

Auch die neue Präsidentin Sylvia Flückiger ist im Parlament und darüber hinaus hervorragend vernetzt. In Bundesbern ist sie Mitglied der Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrates.Die Vizepräsidentin des Aargauischen Gewerbeverbandes ist auch Vorstandsmitglied des Schweizerischen Gewerbeverbandes. Zudem gehört sie dem Vorstand der Gesellschaft zur Promotion von Schweizer Produkten und Dienstleistungen ‹Swiss Label› an.

‹Als Unternehmerin und Nationalrätin setze ich mich für eine Schweiz ein, in der sich Jung und Alt geborgen wissen. Für eine freie und unabhängige Schweiz sowie für die Bewahrung und Stärkung des Mittelstandes›, sagt die Gewerbe- und KMU-Politikerin. Und natürlich gilt Sylvia Flückigers besonderes Augenmerk Holz: ‹Holz ist meine grosse Liebe und Leidenschaft, privat und auch geschäftlich. Es gilt die Wald- und Holzwirtschaft für die Zukunft zu stärken und den Verbraucher für dieses wunderbare Material zu sensibilisieren. Dazu ist die ganze Holzkette gefordert. Die Lignum ist die richtige Organisation, um die Kräfte für diese Aufgabe erfolgreich zu bündeln›, zeigt sich die neue Präsidentin überzeugt.

Silvia Flückiger ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne. Ihre Hobbies sind Kochen, Nordic Walking, Velofahren und Schiesssport.

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Die Aargauer Nationalrätin Sylvia Flückiger (links) wurde am 27. Mai 2014 an der Lignum-Delegierten­versammlung im Hotel Paxmontana in Flüeli-Ranft zur neuen Präsidentin von Lignum, Holzwirtschaft Schweiz gewählt. Sie folgt auf den Obwaldner Ständerat Hans Hess (rechts), der die Lignum seit 2002 über drei Amtszeiten in Folge präsidiert hat.
(Bild: Michael Meuter, Zürich | Lignum)

 

 

Sieben Fragen an die neue Lignum-Präsidentin

  • Welches ist Ihr ganz persönlicher Zugang zu Holz?

Sylvia Flückiger: Holz ist meine grosse Liebe und Leidenschaft, privat und auch geschäftlich. Diese Geschichte begann durch meine Heirat mit Hanspeter Flückiger und durch meine Tätigkeit in unserem eigenen Unternehmen. Holz fasziniert uns immer wieder, unsere Arbeit und unsere Botschaft ist das Holz. Aber auch als Sportlerin und als Jägerin schätze, beobachte und erlebe ich den Wald und seine Offenbarungen ganz speziell und benutze ihn gerne, um meine Batterien wieder aufzuladen.

  • Worin liegt für Sie die Bedeutung der Schweizer Wald- und Holzwirtschaft?

SF: Holz ist viel mehr als Wald und Material, es ist ein Geschenk der Natur, das man nicht genug wertschätzen kann. Die stolzen Baumstämme im Wald nehmen während ihres Wachstums Sonne, Regen, Nebel und Frost auf, trotzen Stürmen, lauschen den Vollmondnächten und speichern diese Energie. Deshalb sind Menschen, die sich mit Holz umgeben, glücklicher und zufriedener und fühlen sich täglich ein wenig wie in den Ferien. Es gilt die Wald- und Holzwirtschaft auch für die Zukunft zu stärken und den Verbraucher dafür zu sensibilisieren. Dazu ist die ganze Holzkette gefordert.

  • Haben Wald und Holz heute in der Schweiz den gesellschaftlichen und mithin politischen Stellenwert, den sie verdienen?

SF: Leider nein. Der Wald wird mehr und mehr verwaltet, die Wirtschaftlichkeit entsprechend in der Skala auf hintere Ränge verdrängt, dabei müsste sie an erster Stelle stehen. Denn der Wald kann auch nur von Einnahmen existieren. Viele Arbeitsplätze sind mit der ganzen Holzkette verbunden. Ich setze mich dafür ein, dass sie erhalten bleiben und dass der Werkstoff Holz aus unseren einheimischen Wäldern den Stellenwert bekommt, der ihm zusteht. Denn Wald bedeutet nicht nur frische Luft, Spazieren, Beobachten und Biodiversität, sondern genauso Arbeit für viele Menschen. Und aus ihm kommt der einmalige und gesunde Werkstoff Holz, der immer wieder nachwächst und den es zu nutzen gilt, wenn man auch in Zukunft einen gesunden Waldbestand will.

  • Holz gilt als Baustoff des 21. Jahrhunderts: nachwachsend, klimafreundlich, CO2-neutral. Ist das klimapolitische Profil von Holz weiter zu stärken?

SF: Auf jeden Fall. Holz erlebt gerade in letzter Zeit wieder eine Renaissance, wobei die Klimafreundlichkeit wieder mehr Beachtung gefunden hat. Holz ist der umweltfreundlichste exzellente Baustoff, der je länger je mehr Stahl und Beton verdrängt. Längst hat er sich zum High-Tech-Material entwickelt, mit beinahe grenzenloser Anwendung. Es braucht aber auch immer wieder Überzeugungs- und Aufklärungsarbeit an entsprechenden Stellen. Lignum spielt hier eine ganz besondere und wichtige Rolle – und hat bereits viel erreicht.

  • Worin besteht Ihrer Ansicht nach die besondere Stärke der Lignum, zu neudeutsch: Worin liegt ihr Alleinstellungsmerkmal?

SF: Die Lignum als Dachverband der Holzkette mit ihrem ausgeprägten und vielseitigen Fachwissen ist der Botschafter des Holzes. Durch die ausgezeichnete personelle Besetzung mit ausgeprägten Fachkenntnissen in allen Bereichen und  durch die breite Vernetzung mit allen betroffenen Akteuren und Verbänden ist eine Fachstelle entstanden, die ihresgleichen sucht. Ob Forschung, Produktion oder Verarbeitung, Materialtechnologie, Holzschutz, Wärme- und Schalldämmung, aber vor allem auch im Bereich Brandschutz, dafür steht der Name Lignum und bürgt für Kompetenz. Holz kommt nicht an Lignum vorbei, denn Lignum ist Holz.

  • Welche Rolle soll die Dachorganisation im Konzert der Branchenorganisationen spielen? In welcher Hinsicht ist diese Rolle ausbaufähig?

SF: Es gilt auch in Zukunft das wertvolle Netzwerk Lignum noch besser bekannt zu machen, bis in die Verwaltungen der Kantone und des Bundes. Das geschieht durch Gespräche, durch spezielle Anlässe und durch Networking. Die verschiedenen Akteure der Holzkette haben auch unterschiedliche Bedürfnisse, das liegt in der Natur der Sache. Es gilt immer wieder herauszufinden, wo die Gemeinsamkeiten und Stärken sind, wo der  gemeinsame Nenner liegt. Das ist nicht immer einfach. Doch nur so können wir zusammen unsere Positionen festigen und ausbauen.

  • Welche besonderen Akzente möchten Sie in Ihrer Zeit als Lignum-Präsidentin setzen?

SF: Wenn wir alle mit unseren teilweise unterschiedlichen Ansichten und Ansprüchen einen Schritt aufeinander zugehen können –dazu gehört vielleicht auch, dass man sich in die Rolle des anderen versetzen kann –, stärken wir nicht nur den eigenen Bereich, sondern die ganze Holzkette. Und das kommt wieder allen in der einen oder anderen Form zugute. Diese Erkenntnis möchte ich verstärkt einbringen. Wichtig ist auch, immer wieder den guten Kontakt und den Austausch mit den relevanten Verwaltungsstellen zu pflegen. Und nicht zuletzt müssen wir auch entsprechende finanzielle Mittel zur Verfügung haben, um weiterhin ausgezeichnete Arbeit zu leisten. Dafür setze ich mich ein, und ich freue mich, diese anspruchsvollen Aufgaben zusammen mit Lignum in Angriff zu nehmen.

 

Quelle: Lignum - Holzwirtschaft Schweiz

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