19.06.2015 - Medienmitteilung der Holzmarktkommission: Branche kämpft, Bund ist passiv

Die Holzmarktkommission hat am 16. Juni erneut getagt, um die Lage nach der Frankenaufwertung zu analysieren. Signale für die neue Holzschlagsaison zu setzen, war keine leichte Aufgabe, da die Entwicklung verschiedener Markteinflüsse noch schwer einschätzbar ist. Beide Parteien setzen aber auf Stabilität auf dem zufolge Frankenaufwertung neu eingetretenen Preisniveau. Enttäuscht sind die Marktpartner über den Bund, der bis heute auf die wichtigen Vorstösse der Wald- und Holzwirtschaft zur Linderung der Frankennachteile nicht mit dem erhofften Verständnis und Engagement reagiert hat.
 
Die Waldbesitzer sind seit der Frankenaufwertung mit massiven Export- und Ertragsrückgängen konfrontiert, und weil auch einige Schweizer Abnehmer die Produktion gedrosselt haben, sind unvermittelt Absatzprobleme aufgetreten. Die meisten Sägewerke sind für die Sommermonate gut versorgt.
Die Sägewerke spüren Preisrückgänge beim Schnittholz für die Bauwirtschaft und den Verpackungssektor, und beim Restholz für die Papier- und Holzwerkstoffindustrie. Mengenmässig läuft der Bausektor weiter auf hohem Niveau, von regionalen Bremsspuren abgesehen. Die Holzpreise aber haben unter der Frankenaufwertung gelitten. Bei der Paletten- und Verpackungsproduktion, dem zweitwichtigsten Holzverbraucher, wird neben dem Preisrückgang auch ein Mengenrückgang spürbar, da sie direkt vom Erfolg der Maschinenindustrie abhängt.
Weder die Konjunktur, noch die Frankenstärke versprechen Besserung in den nächsten Monaten. Zwar haben sich Waldbesitzer und Säger trotz längerer Verhandlung und beidseitigen Annäherungsschritten preislich nicht ganz gefunden, aber man war sich einig, dass die bestehende Nachfrage der angestammten Kundschaft sichergestellt werden soll. Die Marktanteile von Schweizer Holz sollen damit gemeinsam verteidigt werden. Der stark überbewertete Schweizer Franken fordert die Waldeigentümer und die Sägewerke heraus und schwächt deren Wettbewerbsfähigkeit.
Die grossen Anstrengungen der Branche verdienen die flankierende Unterstützung des Bundes, denn nur das Gedeihen der Branche ermöglicht das Erreichen wichtiger wald-, ressourcen-, energie-, und klimapolitischer Ziele des Bundes. Die bisherigen Reaktionen des Bundes auf die politischen Vorstösse in der Frühjahressession zeigen, dass er sich dessen noch nicht bewusst ist.
 
Holzmarktkommission (HMK) 17.6.2015
c/o Waldwirtschaft Schweiz und Holzindustrie Schweiz