28.04.2015 - Glaubwürdigkeit des Herkunftsnachweises für Schweizer Holz muss erhalten bleiben

„Es darf nicht sein, dass im schlimmsten Fall sogar ausländisches Holz mit einem Logo bedruckt wird, das keinerlei Garantie für die damit gemachte Aussage macht – und dabei aussieht wie der im In- und Ausland eingeführte Herkunftsnachweis für Schweizer Holz“, erklärt Christoph Starck von Lignum, Holzwirtschaft Schweiz. Der Dachverband der Wald- und Holzwirtschaft führt die Geschäftsstelle des „Herkunftszeichens Schweizer Holz“ (HSH). Das HSH-Zeichen wurde 2009 eingeführt und bescheinigt, dass der Rohstoff für ein damit gelabel­tes Holzprodukt zu mindestens 80% aus der Schweiz stammt und hier verarbeitet worden ist (beim Rohholz sind es 100%). Die Vergabe des Labels folgt einem strengen Reglement.

schweizerholz.ch hat den von der organisierten Branche geforderten Rückzug des neuen Logos abgelehnt und ist auf mehrere in den letzten Tagen unterbreitete Angebote zur Einigung nicht eingetreten. Dafür hat Markus Brunner, Direktor von Waldwirtschaft Schweiz, kein Verständnis: „Die Schweizer Waldeigentümer und Hersteller von Holzprodukten bei uns haben es mit der Frankenstärke so schon schwer genug“, sagt er. „Das Letzte, was wir uns leisten können, ist eine Verwässerung des etablierten Herkunftsnachweises für Schweizer Holz. Das schwächt unseren Rohstoff im In- und Ausland grad noch einmal.“

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Links: „Herkunftszeichen Schweizer Holz“ der Schweizer Wald- und Holzwirtschaft  
Rechts: Neues Logo schweizerholz.ch        
 

Ihren Unmut über die unbedachte Schwächung des etablierten Herkunftsnachweises für Schweizer Holz und die damit drohende noch weitere Verzettelung der Kräfte tun 187 Personen aus der Wald- und Holzwirtschaft in einem Offenen Brief kund. „Der Gang an die Öffentlichkeit ist nicht der beste Weg, Sachprobleme anzusprechen“, sagt Lignum-Direktor Christoph Starck. „Aber nachdem schweizerholz.ch mit seinem Neuauftritt und vor allem mit dem kommerziellen Angebot zur Teilhabe direkt an die ganze Branche gelangt ist, ohne zuvor das Gespräch mit der Trägerschaft des HSH zu suchen, sehen wir uns gezwungen, auf gleicher Schiene Klarheit zu schaffen und zur Vernunft zu rufen.“

Organisierte Branche will seit Jahren Einheitlichkeit schaffen
Die Doppelspurigkeit in den Werbeanstrengungen für Schweizer Holz, die sich mit dem Neuauftritt von schweizerholz.ch zuspitzt, ist leider bereits seit Jahren eine Tatsache. „An der Trägerschaft des Herkunftszeichens Schweizer Holz liegt es jedoch nicht, dass sie noch immer existiert und nun derart unschöne Blüten treibt“, sagt Starck. „2013 haben die Trägerschaft des HSH und der damalige Verein Holz Marketing Schweiz HMS als Vorläufer der neugegründeten Organisation schweizerholz.ch in direkten Gesprächen eine Rahmenvereinbarung erreicht, mit deren Umsetzung die Verzettelung der Kräfte im Marketing für Schweizer Holz beendet worden wäre. HMS zog sich am Ende jedoch ohne Angabe von Gründen von der Einigung zurück.“

Wie geht es weiter? Christoph Starck sieht nur einen Weg: „Wir brauchen gute Ideen aller Art und von jeder Seite. Wir müssen in der Branche aber unbedingt alle Kräfte bündeln. Mehrere Organisationen, darunter der Bund, gleisen derzeit eine ‚Initiative Schweizer Holz‘ auf. Wir sind offen dafür, mit Partnern das Herkunftszeichen Schweizer Holz weiterzuentwickeln und Verbesserungsvorschläge aufzunehmen. Was aber nicht in Frage kommt, ist die Veränderung und Verfälschung des eingeführten Logos – das untergräbt die Glaubwürdigkeit des HSH.“

Quelle: Lignum