08.12.2016 - Einweihung der Biathlon-Arena Lenzerheide

Am vergangenen Samstag, 3. Dezember weihte die Biathlon-Arena in der Lenzerheide ihr neues Funktionsgebäude ‹Nordic House› ein. Den dreistöckigen modularen Bau hat ein Holzbauunternehmen aus Savognin erstellt. Es zeigt vor Ort 1:1, was sich mit Holzmodulen auch noch machen lässt: Zum Beispiel eine flexible Event-Infrastruktur, die per Container an- und wieder abreist.

Vor drei Jahren wurde die erste Biathlon-Arena der Schweiz in der Lenzerheide eröffnet. Sie bietet für Hobby- wie für Leistungssportler individuelle Trainingspakete. Hobbysportler und Einsteiger werden in der Arena von Fachpersonen begleitet und instruiert, während bei Leistungssportlern und Teams mit eigenen Trainern die Benützung der modernen Infrastruktur im Vordergrund steht.

Mit dem Betriebsgebäude ‹Nordic House› ist jetzt das eigentliche Herzstück der Anlage fertig geworden. Es verbessert die Trainings- und Wettkampfinfrastruktur massgeblich. Neben Bistro, Sportshop und Garderoben für das öffentliche Langlaufzentrum beherbergt es auch einen professionellen Athletikraum, einen Seminarraum sowie Unterkünfte für rund 60 Personen in flexibel gestaltbaren Mehrbettzimmern.

Entworfen hat das dreistöckige und komplett unterkellerte Gebäude mit Aussichtsterrasse der Churer Architekt Pablo Horvath. Dank der effizienten modularen Holzbauweise beschränkte sich die Bauzeit auf knapp acht Monate. Für den Holzbau zeichnete die Uffer AG aus Savognin verantwortlich; die Parpan Bau AG aus Lenzerheide übernahm den Massivbau des Untergeschosses und des Treppenhauses.

 

Innovatives Modul-Konzept für Events und mehr

Das Holzbauunternehmen Uffer stellt morgen vor dem Referenzbau für seine Modul-Kompetenz in der Lenzerheide eine Weiterentwicklung seines ‹Quadrin›-Konzepts vor: ‹Quadrin event›. Alle Bauteile lassen sich in 20-Fuss-Hochseecontainer verstauen und reisen auf diese Weise an den Ort, wo eine temporäre Infrastruktur entstehen soll.

Nach Gebrauch werden sie demontiert und gehen wiederum in Containern in ein Logistikzentrum zurück – bis sie vom nächsten Event gemietet und nach den Bedürfnissen des Kunden wieder zusammengebaut werden. Das Konzept umfasst nicht nur qualitativ hochstehende Holzmodule auf Container-Mass, sondern auch die komplette Logistik: Transport im Hochseecontainer, Lager beim Spediteur, Mietkonzept für die Gebäudehülle mit Möblierung, Beleuchtung, Heizung und Lüftung.

Die grosse Herausforderung war, kostengünstig produzierbare und standardisierte Bauteile zu entwickeln, welche zu einem flexiblen und multifunktionalen Gebäude zusammengebaut werden können. Das Produkt sollte einfach zu montieren sein, gleichzeitig aber hohe architektonische und energetische Erwartungen erfüllen. In Sachen Statik und Brandschutz kooperierte Uffer eng mit den Ingenieuren von Makiol Wiederkehr AG in Beinwil am See. Für gestalterische Fragen holte das Unternehmen die Architekten der Fanzun AG aus Chur ins Boot.

 

Vielzahl an Anwendungen denkbar

Bis Ende November wurden bei Uffer bereits rund 800 m2 Geschosselemente produziert. Aus diesen Bauteilen können verschiedenste Bauten erstellt werden: eingeschossig, doppelstöckig, kleine Volumen, grosse Volumen. Im Sommer 2017 startet die Serienproduktion von rund 6000 m2. In Savognin entsteht gegenwärtig eine neue Produktions- und Montagehalle sowie ein neues vollautomatisches Multifunktionsportal, das die Holzbauteile effizient fertigen kann.

Vorerst wird im Eventkanton Graubünden getestet und das Produkt fertig optimiert. Denkbar sind dafür auch weitere Anwendungen: etwa im Messebau, für temporäre Unterkünfte oder in der Katastrophenhilfe. Interessenten aus dem In- und Ausland haben sich laut Uffer bereits gemeldet.

 


Links www.biathlon-arena-lenzerheide.ch | www.quadrin.swiss

Weitere Bilder