07.11.2016 - Trinser Holz für die Casa Mesaglina

Seit August sind die Bauarbeiter dabei, die Casa Mesaglina sowie das anschliessende Haus Canaschal von den Eingriffen der letzten Jahrzehnte zu befreien. Dabei offenbaren sich viele interessante Details, wie die zuständige Architektin Marlene Gujan von der Gujan und Pally Architekten AG erklärt. Die Mesaglina ist in Etappen entstanden, immer wieder wurden Teile angebaut und verändert, ganz der aktuellen Nutzung entsprechend. «Wir haben Wände im Inneren des Hauses freigelegt, die früher ganz klar als Aussenwände dastanden», sagt sie etwa. Im Dachboden des alten Hauses fand sich auch eine Überraschung aus bautechnischer Sicht: richtig lange Holzbalken wurden hier verbaut, sie stabilisieren unter anderem das Dach. Da damals das Bauholz ausschliesslich aus der Umgebung stammte – genau wie beim jetzigen sanften Umbau des Hauses übrigens – lässt sich daraus schliessen, dass früher sehr grosse und gesunde Bäume aus der Umgebung von Trin genutzt werden konnten.

In der zweiten Hälfte des Hauses, dem Gebäude Canaschal, wo bisher die Werkstatt und die Büroräume des Bergwaldprojekts untergebracht waren, gaben die Wände Stroh und Moos als Dämmung frei. Beides sauber verarbeitet und in sehr gutem Zustand, die Dämmungsschicht blieb trocken und funktioniert noch bis heute. Natürlich stammen auch die hier verwendeten Materialien alle aus der näheren Umgebung des Hauses, damals waren die Bauten alle sehr ökologisch. Gujan wird beim Umbau denn auch an Altbewährtem festhalten – natürlich mit heutigen Mitteln und Möglichkeiten. Die Stimmung und der Charakter des Hauses sollen erhalten bleiben. «Derzeit ist alles, was bisher verborgen war, wieder freigelegt. Das Haus ist auf den ursprünglichen Stand gebracht. Das Skelett und die Nerven des Gebäudes liegen sozusagen frei. Darauf wollen wir aufbauen, die ursprüngliche Grosszügigkeit der Mesaglina soll erhalten bleiben», erläutert die Architektin.

Arbeit in der Region verstärken
Für Martin Kreiliger, den Geschäftsführer des Bergwaldprojekts, war schnell klar, dass er den Umbau des geschichtsträchtigen Hauses ausschliesslich mit regionalem Holz machen lassen möchte. Der Umbau ist aus strukturellen Gründen nötig geworden, die Freiwilligenprojekte des Bergwaldprojekts erfreuen sich grosser Beliebtheit und der Bergwald ist unter anderem auch wegen des Klimawandels in einem Zustand, da er die Unterstützung durch die Freiwilligen des Bergwaldprojekts gut gebrauchen kann. So ist das Bergwaldprojekt in diesem Jahr an 44 Orten der Schweiz mit Freiwilligen im Einsatz. Durch den Umbau der bisherigen Geschäftsstelle entsteht in Trin Dorf ein Bergwaldzentrum mit Werkstatt, Lagerräumen, Büros, Küche und grossem Saal, mit Mehrbettzimmern und auch touristisch nutzbaren Zimmern. Die Arbeit in der Region und in der gesamten Schweiz kann somit verstärkt werden, die Nachfrage ist sowohl seitens der Freiwilligen als auch der Waldbesitzer vorhanden.

«Stolz, dass das Holz im Dorf bleibt»
120 bis 150 Jahre alt sind die Bäume, die Revierförster Christian Malär im Wald von Trin für das Bergwaldzentrum geschlagen hat. Rund 300 Kubikmeter Holz sind ausschliesslich für diesen Zweck gefällt worden. Viel davon Weisstanne, was Malär besonders freut. Denn mit dieser für die Stabilität des Bergwalds wichtigen Baumart wird nicht so oft gebaut, wie er erklärt. «Waldnutzung ist immer auch Waldpflege», sagt Malär zudem, was bedeutet, dass der Holzschlag auch dem Schutzwald zu Gute kommt. «Für mich ist es schlicht ein Highlight, zu sehen, wie die Bäume aus unserem Wald jetzt in unserem Dorf verbaut werden. Ich bin stolz darauf, dass unser Holz im Dorf bleibt», so Malär.

 

Bilder: Graubünden Holz

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