03.06.2016 - Erfolgreiche GV Graubünden Wald

Die hohe Wilddichte von Schalenwild führt im Kanton Graubünden zu einer untragbaren Belastung der Verjüngungssituation des Waldes. Die Forstorgane stellen eine deutliche Zunahme von Waldflächen, insbesondere auch im Schutzwald, mit einer ungenügenden Waldverjüngung fest. Damit wird die langfristige Stabilität der Schutzwälder, welche rund zwei Drittel der Waldfläche in Graubünden ausmachen, in Frage gestellt. Die Weisstanne beispielsweise fällt in Graubünden in der Verjüngung flächendeckend praktisch vollständig aus. Eine immens wichtige Baumart für die Wirksamkeit unserer Schutzwälder, insbesondere auch im Hinblick auf den bevorstehenden Klimawandel.
Bereits 1986 legte die Bündner Regierung die Zielgrösse von 10‘000 Hirschen fest. Einerseits ein Zeichen, dass die Problematik schon deutlich mehr als 30 Jahre andauert und andererseits ein klarer Beleg, dass mit den heutigen Hirschbeständen von über 16‘000 Tieren die damaligen Zielvorgaben weit verfehlt oder wohl gar nicht verfolgt wurden. Dieser Trend des stetigen Anstiegs ist für die Waldverjüngung besorgniserregend und führt in gewissen Wäldern mittlerweile zu einem jahrzehntelangen Loch ohne nachhaltige Naturverjüngung. Dem Bündner Forstpersonal ist es wichtig, dass man die Diskussionen ums Schalenwild nebst dem Hirsch auch auf Reh und Gams ausweitet. Diese Arten sind ganzjährig in unseren Wäldern heimisch und haben einen entscheidenden Einfluss auf die Situation.
Das Bündner Forstpersonal möchte mit dem verabschiedeten Papier den Dialog fördern, dabei für den Wald aber klare Ziele fordern. Die Zusammenarbeit mit den Waldbesitzern (organisiert in der SELVA) und dem zuständigen Amt für Wald und Naturgefahren (AWN) sowie dem Amt für Jagd und Fischerei (AJF) ist hierfür zentral. Verschiedene Voten aus dem Publikum verlangten, dass die Problematik aktiv kommuniziert werden muss. Dabei sollen auch weitere interessierte Institutionen wie die Naturschutzorganisationen eingebunden werden. Die Forderungen nach einer Prüfung auf Verwaltungsebene ob eine Fusion der beiden Ämter Amt für Wald und Naturgefahren (AWN) und Amt für Jagd und Fischerei (AJF) etwas verändern könnte, sorgte für den meisten Gesprächsstoff. Das Bündner Forstpersonal freut sich auf eine positive Aufnahme der wichtigsten Forderungen im Sinne der Sache und eines umfassenden Dialogs mit alle beteiligten Kreisen.
 
Medienmitteilung und weitere Beilagen:
Medienmmitteilung_GR_Wald_Jahresversammlung-2016.pdf
20160527_GR_Wald_Positionspapier_Endfassung_GV-Beschluss.pdf

Weitere Bilder