Auszeichnung «Produzieren und Werken»

Forst- / Werkhof Crest Ault, Bonaduz / Rhäzüns

Jurybericht

Bauherrschaft: Gemeinden Bonaduz und Rhäzüns
Architektur: Hemmi & Vasella, Chur; Norbert Mathis, Trin
Ingenieur: Walter Bieler, Bonaduz
 
Der Neubau der Gemeindebetriebe Crest Ault ist in der Ebene zwischen Bonaduz und Rhäzüns erstellt worden. Der neue Werkhof bietet Raum für die Forst- und Werkbetriebe sowie die Feuerwehr beider Gemeinden. Die Konzeption der grosszügigen Anlage beruht auf optimierten funktionalen Abläufen und reagiert städtebaulich auf die Offenheit und Weite der Landschaft. Das Hauptgebäude, ein markanter quer zur Kantonsstrasse stehender Gebäuderiegel, beinhaltet unter einem Dach aufgereiht die Forst-, Werk- und Feuerwehrbetriebe, letztere bemerkenswerterweise vorwiegend in Holz ausgeführt. Südlich gegenüber, entlang des Feldwegs, befinden sich die Unterstände, welche einen Teil des Maschinen- und Fahrzeugparks sowie eine Recyclingsammelstelle unterbringen. Beide Gebäude bilden gemeinsam einen zentralen, windgeschützten Hof. Das Gesamtkonzept der Anlage stimmt in sich und ist vorbildlich umgesetzt.
 
Der Bau wurde hauptsächlich mit „gemeindeeigenem“ Lärchenholz erstellt. Dabei handelt es sich teils um Mondholz - Holz welches in der idealen Mondphase geschlagen wurde. Daneben wurde viel Sorgfalt beim Umgang mit dem Holz aufgebracht: das Holz wurde an der Luft getrocknet, fachmännisch verarbeitet und zudem genau und präzise verbaut. Das Haupttragwerk ist mit Brettschichtholz konstruiert. Die Fassade des Hauptgebäudes besteht aus einer sehr dicken, massiven +/- Schalung und soll gewissermassen einen „stehenden Strickbau“ darstellen. Im Bereich der Fahrzeughallen gewährleistet diese massive Konstruktion Wärmedämmung und Winddichtung mittels einer Schicht. Die Aufenthalts- und Arbeitsräume sind zusätzlich raumseitig gedämmt und mit Täfer aus den beim Sägen der Balken entstandenen Seitenbrettern ausgekleidet.
 
Dass Gemeinden beim Bau des eigenen Werkhofes ihr eigenes Holz verwenden, sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Leider ist es noch viel zu selten die Regel. Beim Werkhof Crest Ault wurde dies jedoch vorbildlich umgesetzt und es wurde eine grosse Menge einheimisches Lärchenholz verwendet. Entstanden ist ein Vorzeigeobjekt in vielerlei Hinsicht, das im Hinblick auf den laufenden Konzentrationsprozess von Gemeinden und ihrer Infrastrukturbetriebe von wegweisender Bedeutung sein kann.
 

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Fotos: Ralf Feiner, Malans
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